Die Behandlung nach dem CO-OP Ansatz
Wann wendet man das CO-OP an?
Er wird in der Therapie von Kindern ab 4 Jahren mit umschriebenen Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen (UEMF) in den entsprechenden Versorgungsleitlinien als wirksam empfohlen. Dies wird durch verschiedene wissenschaftliche Studien bestätigt.
Darüber hinaus gibt es inzwischen vielversprechende Pilotstudien und Erfahrungen bei CO-OP mit Erwachsenen und Klienten mit anderen Störungsbildern, wie z.B. ADHS/ADS, Schlaganfall, Autismus, u.a.
CO-OP bedeutet: „Kognitive Orientierung bei der täglichen Betätigungsausführung“
Es ist ein Klienten zentrierter, sowie betätigungsorientierter Therapieansatz.
Kindern oder Erwachsenen wird mithilfe von Strategieanwendung und geleiteter Entdeckung ermöglicht, Alltagsprobleme direkt zu bearbeiten.
Das Ziel ist es, die Basisfähigkeiten so weit zu verbessern, dass eine erfolgreiche Ausführung der Handlung im Alltag möglich ist.
Dieser Ansatz steht in engem Zusammenhang mit Sprache und basiert auf drei wichtigen Punkten:
- dem Verbessern von Fähigkeiten
- dem Entwickeln von kognitiven Strategien
- der Generalisierung, sowie der Transfer des Gelernten in den Alltag.
Wie wirkt/funktioniert CO-OP?
Der CO-OP-Ansatz beruht auf dem betätigungsorientierten und Klienten zentrierten Top-Down-Ansatz und auf aktuellen Theorien zum motorischen und kognitiven Lernen. Er befähigt Kinder und auch Erwachsene mit Hilfe einer generellen Problemlösungsstrategie, sowie der geleiteten Entdeckung, eigene Strategien zu finden, um für sie bedeutsame Ziele zu erreichen. Dadurch gewinnen die Klienten Selbstvertrauen und erlernen Strategien um auch andere Probleme im Alltag besser bewältigen zu können.
Das CO-OP gliedert sich in insgesamt drei Phasen:
Vorbereitungsphase ——–> Lernphase ————> Überprüfungsphase
1. Vorbereitungsphase
Das Kind formuliert zusammen mit dem Therapeuten anhand eines Klienten zentrierten, betätigungsorientierten Fragebogens drei Alltagsziele (Alltagshandlungen).
2. Lernphase
Der Ergotherapeut überprüft, wie der Patient die einzelnen Handlungen ausführt und notiert die wichtigsten Stellen, bei denen sich noch Schwierigkeiten zeigen, oder aber durch das räumliche Umfeld eingeschränkt werden sogenannte (breakdown points).
Anhand der Ziel-Plan-Tu-Check-Struktur entwickelt der Patient gemeinsam mit dem Therapeuten verschiedene kognitive Strategien/Lösungswege, die dann dazu benutzt werden, um die schwierigen Stellen zu überwinden.
Mit Hilfe der geleiteten Entdeckung entwickelt der Patient den geeigneten Lösungsweg für das Problem selbst. So ist ein optimaler Lernerfolg gewährleistet, da der Patient selbstständig den entwickelten Lösungsweg verinnerlicht.
Der Ergotherapeut /in nutzt die befähigenden Prinzipien während der gesamten Behandlungszeit:
- Lass es Freude machen!
- Fördere Lernen!
- Strebe Selbstständigkeit an!
- Fördere Generalisieren und Transfer!
3. Überprüfungsphase
In der dritten und letzten Phase findet die Anwendung der erlernten kognitiven Strategie im Alltag statt. Die Eltern und das Umfeld werden von der Ergotherapeutin angeleitet, damit auch sie den Patienten darin unterstützen können, die Problemlösestrategien anzuwenden. So wird gewährleistet, dass der Patient die Lösung in verschiedenen Situationen anwendet und die erfolgreiche Ausführung in den Alltag übertragen und generalisiert wird.Durch den CO-OP-Ansatz werden die Patienten darin befähigt, selbstständig Lösungsstrategien für bestehende Alltagsprobleme zu entwickeln. Die Eltern lernen durch das CO-OP, ihr Kind in seiner Selbstständigkeit optimal zu unterstützen. Durch die Lernerfolge verinnerlichen die Kinder die kognitiven Strategien und der Erfolg besteht auch nach Beendigung der Therapie weiter.
