Inkontinenz

Allein in Deutschland leiden ca. 4 Millionen Frauen an Inkontinenz, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Etwa 90% aller Heimbewohner, ca. 1/4 der Frauen über 30 Jahre und ca. die Hälfte aller Frauen über 50 Jahre, verlieren regelmäßig unwillkürlich Urin. Die Meisten leiden an einer Belastungsinkontinenz, d.h. bei Druckerhöhungen wie Niesen, Husten, Lachen etc. kommt es auch ohne Harndrang zu Urinverlusten.

Inkontinenz ist ein großes Tabuthema, so dass viele Betroffene versuchen auf sich allein gestellt damit umzugehen. Oftmals geht die Harninkontinenz der Stuhlinkontinenz zeitlich voraus. Diagnostikauslösend ist meist erst die Stuhlinkontinenz, da der Leidensdruck dann noch immenser ist. Zudem kommt es häufig zu sexuellen Hemmungen, da die Beckenbodenmuskulatur ebenso für die Orgasmus-Funktion eine wichtige Rolle spielt und die Angst vor unwillkürlichen Urinverlust häufig zur Vermeidung von Sexualität führen kann.

Die Ursache ist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, bedingt durch z.B.:

  • Lebensalter
  • Übergewicht
  • Schwangerschaft/mehrere oder schwere Geburten
  • Schwaches Bindegewebspolster im Becken
  • Verletzung der Beckenbodenmuskulatur
  • Hysterektomie
  • Erkrankungen wie Diabetes, Parkinson, MS…
  • Operationen im Beckenbereich/Prostataoperationen
  • Medikamente
  • Falsche Ernährung, Rauchen
  • Mögliche Störungen im übergeordneten Nervensystem

Therapie:

  • Beckenbodentraining durch gymnastische Übungen
  • Biofeedbacktraining
  • Elektrostimulation
  • Pessare/Pro Dry Scheidengewichte
  • Operative Behandlung
  • Medikamente

Vorteile einer Behandlung mit Biofeedback und Elektrostimulation:

  • Ein zufriedener Patient
  • Schnelle Ergebnisse bei der Dranginkontinenz
  • Kurativer Ansatz steht im Vordergrund
  • Alternativ oder ergänzend zur medikamentösen Behandlung
  • Keine Nebenwirkungen Kostenlos für den Patienten und der verordnenden Praxis (zzgl. Gesetzliche Zuzahlung)
  • Betreuung über die Praxis für Ergotherapie Kutsche

Voraussetzungen für das Training:

  • Der Patient sollte motorisch und kognitiv in der Lage sein, das Gerät zu bedienen
  • Postoperativ frühestens nach drei Monaten
  • Infektionsfreiheit
  • Keine vaginalen Schleimhautdefekte
  • Compliance des Patienten
  • Achtung: Elektrostimulation nicht bei Patienten die unter Herzmuskelschäden oder Epilepsie leiden und/oder Schrittmacher tragen