Die Spiegeltherapie kann in verschiedenen Behandlungsbereichen mit unterschiedlichen Diagnosen sowie Beschwerden eingesetzt werden:
- gegen Phantomschmerz (obere und untere Extremität)
- Steigerung motorischer und sensorischer Funktionen nach Schlaganfall
- gegen Schmerzen nach akuten Verletzungen, die über längere Zeit anhalten
- bei CRPS/Morbus Sudeck
- bei visuell-räumlichen Neglekt
- bei Hypersensibilität
Wirkweise:
Beim CRPS, Amputationen und chronischen Schmerzen verkleinern sich die Repräsentationsareale in den zuständigen Gehirnregionen.
Bei der Spiegeltherapie erhält der Patient direkte visuell-sensorische Informationen durch Stimulation des sensomotorischen Systems.
Durch die Spiegeltherapie soll der beeinträchtigte Kreislauf von motorischer Intention, propriozeptivem Feedback und visuellem Eindruck wiederhergestellt werden.
Anwendung des Spiegels und Therapie:
- Beobachten der gesunden Hand im Spiegel, die betroffene Hand ist nicht zu sehen
- Bewegen der gesunden Hand mit gleichzeitigem Beobachten dieser Hand im Spiegel
- Symmetrisches Bewegen beider Hände, wobei die Aufmerksamkeit auf die Hand im Spiegel gerichtet bleibt. Bei Schmerzsyndromen und Amputation: imaginäre Mitbewegung der betroffenen Extremität
- Sensibilitätstraining
- Kraft/Ausdauer und Koordinationstraining
- Training der Feinmotorik
Spiegelneuronen
sind Nervenzellen, die im Gehirn beim Betrachten eines Vorgangs das gleiche Aktivitätsmuster aufweisen, wie es entstünde, wenn dieser Vorgang nicht bloß (passiv) betrachtet, sondern selbst (aktiv) durchgeführt würde. Auch Geräusche, welche mit bestimmten Handlungen assoziiert sind, verursachen bei einem Spiegelneuron dasselbe Aktivitätsmuster, welches die aktive Handlung verursachen würde.
Spiegelneurone benötigen wir auch, um zu lernen. Wir beobachten die Handlung beispielsweise der Eltern und imitieren dieses Verhalten. Auch die Fähigkeit des Mitfühlens, also unsere Reaktion auf die Gefühle anderer (z.B. Trauer, Schmerz) basiert u.a. auf den Spiegelneuronen.
