Depressionen

Zivilisationskrankheit Nummer eins: die Depression
Nach einer Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sind Depressionen in westlichen Gesellschaften die häufigste gesundheitliche Beeinträchtigung. Bei Männern liegt die Zahl der zu Behandelnden bei ungefähr 3-5%, bei Frauen ungefähr bei 8-10%, jeweils mit steigender Tendenz.

Wie kommt es zu einer Depression?
Auslöser von Depressionen sind multifaktoriell und reichen von Veränderungen der Lebensverhältnisse, schwerer Krankheit, Schicksalsschlägen, wie der Tod nahe stehender Personen, über verschiedene Formen von Belastungen, wie etwa privater oder beruflicher Art und Weise. Am häufigsten beeinflussen in den letzten Jahren berufliche Anforderungen dieses Krankheitsbild. Allerdings gibt es auch Fälle von Depressionen, die oh e erkennbare äußere Einflüsse auftreten.

Symptome:
In der Beschreibung ihrer Symptome berichten Depressive immer wieder von Traurigkeit, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, oder allgemeiner Niedergeschlagenheit. Es gibt allerdings noch eine Reihe weiterer Symptome, die typisch für dieses Krankheitsbild sind:

  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • schwaches Selbstbewusstsein
  • Schuldgefühle
  • diverse Ängste
  • innere Unruhe/ Nervosität
  • permanente Selbstbespiegelung
  • schnelle Ermüdungserscheinungen
  • Abgeschlagenheit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Suizidgedanken
  • somatische Beschwerden / Symptome


Auslöser:
Wie bereits erwähnt, können die Auslöser von Depressionen vielfältiger Natur sein.

Behandlungsformen bei Depressionen
Meist werden diverse Ansätze der Psychotherapie zur Anwendung gebracht, die auch in schwereren Fällen eine medikamentöse Unterstützung mit sich bringen. Gemeinsam ist allen Therapieansätzen, eine verbesserte Stimmung bei den Betroffenen zu erreichen und ihnen wieder eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen. Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen ambulant und nur in schwereren Fällen kommt es zu stationären Behandlungen. Bei stationären Behandlungen sind oftmals schnellere Behandlungserfolge zu verzeichnen, da die Betroffenen aus ihrem oftmals schwierigen Umfeld entfernt werden, wohingegen die Wiedereingliederung in den Alltag dann Schwierigkeiten mit sich bringen kann.

Ergotherapeutische Behandlung von Depressiven (Beschäftigungstherapie)
Da die Betroffenen meist daran leiden keinen Antrieb entwickeln zu können und sich selbst zu nichts in der Lage fühlen, vor allem im Abgleich mit anderen, entsteht daraus oftmals ein Kreislauf, der vom Therapeuten unterbrochen werden muss. Es geht also gerade auch in der Ergotherapie darum, mit den Patienten gemeinsam ihre Ziele und Wünsche zu entwickeln und ihnen Perspektiven aufzuzeigen, damit die Betroffenen wieder zu einer gewissen Selbstständigkeit und Unabhängigkeit geführt werden. Um dies zu erreichen, muss der Depressive aus seiner Resignation herausgeführt werden und der Therapeut muss auf diesem Weg versuchen die Ängste und Zweifel des Patienten zu zerstreuen. Da Betroffene oftmals nicht in der Lage sind, sich aus ihrer Passivität zu befreien und deshalb auch erstmal Hilfe von Außen ablehnen, muss der Ergotherapeut versuchen den Patienten durch gezielte Therapieformen zu aktivieren. Anfangs sind deshalb die Behandlungsmethoden meist ausdruckszentriert mit hohen Interaktionsanteilen.

Bei dieser Herangehensweise geht es darum den Betroffenen mit Hilfe von Therapiemitteln, die gestalterisch-kreativ genutzt werden, dazu zu führen, sich selbst darzustellen, bzw. über die Hilfsmittel zu kommunizieren, bzw. sich mitzuteilen. Um dies zu erreichen ist die Aufgabenstellung an den Patienten offen und teilnehmerzentriert, d.h. die Themen werden vorgegeben, bzw. können frei gewählt werden,  eminent wichtig  hierbei ist eine Nähe zum Patienten.

Anfängliche geht es in der Therapie darum, eine Perzeption innerer Vorgänge zu erreichen und über verschiedene Formen dem Patienten Ausdrucksmöglichkeiten zu eröffnen. Hierzu zählen auch eine gezielte Förderung der Eigeninitiative, sowie eine geleitete Herstellung eines veränderten Realitätsbezugs, um dem Betroffenen auch mehr Spontanität und Aktivität zu ermöglichen.
Anschließend geht es in der Therapie mehr darum den Patienten in Projektarbeiten einzubinden.

Bei dem zweiten Schritt der Therapie spricht man von der so genannten kompetenzzentrierten Methode, wo handwerkliche Techniken sowohl aus dem Alltagsleben als auch dem Freizeitbereich angewendet. damit sollen zum einen verloren gegangene Fähigkeiten reanimiert werden, als auch neue strukturgebende Techniken trainiert werden. Die Aufgaben sind nun im Vergleich zur Anfangsphase geschlossener und strukturierter und werden dem Patienten mündlich oder schriftlich mitgeteilt, bzw. können je nach Interessenlage gewählt werden.

Erreicht werden soll in dieser Therapiephase: die Steigerung der Frustrationstoleranz, Übernahme von Verantwortung, Förderung der Kontaktfähigkeit, Selbständige Übernahme bestimmter Aufgaben, Steigerung der Konzentration und Ausdauer usw.
Ein Hauptaugenmerk wird in der Ergotherapie darauf gelegt, dass der Patient über strukturierende Arbeits-und Bewegungsabläufe lernt sich als aktiv Gestaltender anzunehmen.

Neurofeedback als Behandlungsmethode bei depressiven Krankheitsbildern
Eine Unteraktivierung der linkshemisphärischen frontalen Bereiche des Gehirns und eine Überaktivierung der rechtshemisphärischen Gehirnbereiche werden im EEG bei Depressiven deutlich. Dies führt zu den obigen Symptomen.

Um diese Phänomene zu beheben wird das so genannte A-Score Neurofeedbacktraining nach Dr. J. Peter Rosenfeld angewendet, um eine Balance zwischen den Asymmetrien im Alphafrequenzbereich herzustellen. Der Patient lernt hierbei seine Gehirnfrequenzen zu verändern und gelangt somit zu einer Selbstregulation seines Problems.